Das „Alte Kaffeehaus“ in Beerheide-Hohengrün – Geschichte & Tradition

 

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1876 stellte ein gewisser Johann Gottlieb Mothes einen Bauantrag zum Bau einen Wohnhauses an der Klingenthaler Straße in Hohengrün.

Im Laufe der Zeit wurde aus diesem Wohnhaus die Obstweinschänke
„Zum alten Kaffeehaus“.

 

 

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Annonce aus dem Jahr 1928

 

 

 

 

 

Reisende und Wanderer machten Halt um beim „Häusler“ einen heißen Kaffee  – „Blümchen“ – und ein Butterbrot mit Käse – „Schieböcker“ – zu sich zu nehmen.

Viele Um- und Anbauten zeugen vom mehrfachen Besitzerwechsel – bis zwei unternehmungslustige Freundinnen aus Auerbach, die Frieda und die Toni, Mitte der 20er Jahre das „Alte Kaffeehaus“ kauften.

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Das „Alte Kaffeehaus“ – Bild aus dem Ortsprospekt 1930

 

 

 

 


Das Geschäft mit der Konzession Kaffee- und Obstweinausschank blühte.

Die zwei ledigen und lustigen Damen im mittleren Alter waren sehr geschäftstüchtig.
Ein „Salon“, Fremdenzimmer und Gaststättenkonzession machten das „Alte Kaffeehaus“ weit über den Ort hinaus bekannt.

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Anzeige aus dem Ortsprospekt von 1930

 

 

 

Verkehrsgünstig an der Buslinie Reichenbach-Klingenthal gelegen, mit eigener Haltestelle, wurde es zu einem beliebten Ausflugslokal für Erholungssuchende, Wanderer oder Sommerfrischler, wie man damals die Urlauber nannte.

 

 

 

 

Im kurzen Abstand verstarben die beiden nun schon älteren Damen. Sie vermachten ihre „Goldgrube“ einer Nichte in Auerbach.

Diese kümmerte sich dann auch einige Zeit um das „Alte Kaffeehaus“, wahrend ihr Mann weiter sein Weißwarengeschäft in Auerbach betrieb.

Eines Tages hieß es: „Die beiden haben sich nach „dem Westen“ abgesetzt.“

Das verwaiste Kaffeehaus übernahm der VEB Suppina als Betriebs- und Ferienheim. Zum Glück gab es einen Betriebsangehörigen aus Beerheide – den Paul Dressel – genannt „Merte“, der von nun an als Gastwirt und Heimleiter für Umsatz sorgen musste.

1960 kaufte der VEB „Aluminiumfolie Merseburg“ das Kaffeehaus und baute es zum Urlauber- und Kindererholungsheim aus. 1961/62 entstand der heutige Toiletten- und Heizungstrakt mit darüber liegenden Urlauberzimmern.

Während der Schulferien war zunächst der Saal Schlafstätte der Ferienkinder. Später wurde in 2 Bauabschnitten das Kinderferienlager – die heutige Barake geschaffen.

Wer die Gegend um Merseburg von früher kennt, kann sich vorstellen, wie gerne Urlauber und Kinder nach Beerheide gekommen sind, um die reine und herrliche Waldluft zu genießen.

Nach der Wende bekamen die Alteigentümer, die Familie Löffler, auf Antrag das Kaffeehaus zurück.

Lange Zeit stand das Objekt leer. Es setzte eine regelrechte Plünderung und Verwüstung ein. Die Spuren sind teilweise heute noch zu sehen. So betrieben beispielsweise Dubiose Geschäftemacher 1993 illegal in den Räumen einen „Club“ mit entsprechend verhangenen Fenstern.

Es fand sich dennoch eine neue Besitzerin: Frau Kunath  die nach dem Kauf und monatelanger aufwändiger Sanierung am 01.11..1998 das „Alte Kaffeehaus“ wiedereröffnete.

 

aussenansicht

 

Die heutigen Besitzerinnen Frau Klemm und Frau Weiß erwarben das tradionsreiche Haus nach dem Ableben der vorherigen Besitzerin und richteten es mit großem Kraftaufwand so her, dass ab Oktober 2003 wieder Gäste in der Gaststätte in angenehmen Ambiente bewirtet werden und die traditionelle vogtländische Gastlichkeit genießen konnten.

 

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